Und woraus trinken Sie am liebsten Ihren Salat?

Bild: Essbare Gläser, Jelloware

Man könnte meinen, im Titel ist mir diesmal ein Fehler unterlaufen. Aber jetzt bloß nicht voreilig den Korrekturstift zücken! Ich wollte nämlich gar nicht „essen“ schreiben. Schließlich geht es in diesem Beitrag um Gläser. Und daraus wird für gewöhnlich getrunken – zumindest bei mir zuhause. Neben Veranstaltungen mit bemühtem Catering werden inzwischen allerdings auch heimische Küchen vom gläsernen Wahnsinn heimgesucht. Und auch in den Buchhandlungen türmen sich schon die Ratgeber und Kochbücher, die anständige Hobbyköche dazu verleiten, Salate in Whiskeygläsern zu drapieren, Schaumsüppchen aus leeren Senfgläsern zu löffeln oder sogar Kuchen im Glas zu backen. Wenn Besuch ins Haus steht, wird besonders gerne geschichtet, geschlichtet und gestapelt. Hochgestapelt! Denn wer im Glas kocht, kocht meist nicht selbst, er lässt die Mikrowelle machen und täuscht mit einer Haute-Cuisine-Optik darüber hinweg. Darüber würden die Franzosen, die den Trend der sogenannten „Verrines“ ins Leben gerufen haben, freilich nur die Nasen rümpfen. Wenn man es sich genauer überlegt, wundert es einen auch gar nicht, dass das Gläschenessen seinen Ursprung im Land der Feinschmecker hat. In einem Mini-Glas serviert wirken die verschwindenden Portiönchen, die man in französischen Haubenlokalen aufgetischt bekommt, nur halb so winzig wie auf einem gewöhnlichen Teller. Satt wird man davon natürlich nicht, aber Essen-im-Glas-Anhänger sind sich ohnehin einig: Das Auge isst mit. Und wenn etwas schon so hübsch aussieht, kann man von ihm nicht auch noch verlangen, dass es den Hunger stillt. Über den Geschmack des Inhalts gibt so ein Glas natürlich keinen Aufschluss, zumal ich sicher bin, dass der Reisauflauf meiner Mama immer ein Gedicht sein wird – egal ob in einer Tasse, im Nutellaglas, oder in einem Blumentopf angerichtet. Eines ist jedenfalls glasklar, wer mich zum Essen einlädt, sollte besser dafür sorgen, dass er genügend Gläser im Haus hat. Und einen Geschirrspüler.

 

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  • Werde dir zu Ostern mit großer Hingabe einen Reisauflauf im “alten Reindl” machen.
    Der “Berg- bzw. Germknödel ruft” ist hinreißend!!!
    Bussi Mama

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