Yotam Ottolenghi.

Bild: Yotam Ottolenghi © Malou Burger

Klingt wie der Name eines israelischen Popstars? Könnte fast hinkommen. Was der Koch und Foodkolumnist anfasst, geht nämlich schneller weg als kaltes Freibier auf einem Festival. Bei 40 Grad. Im Schatten. Ohne Wasserversorgung. Das sollen ihm die Popsternchen von heute erst mal nachmachen. Fanatismus sieht mir eigentlich überhaupt nicht ähnlich. In meinem Schrank findet man keine alten Boygroup-Stickeralben, ich war nie auf einer Autogrammstunde und habe auch keinerlei mit Kussmündern versehene Fanpost verschickt. Würde aber Ottolenghi in Popstarmanier um die Welt touren und sei es nur nach Deutschland, ich würde hinfliegen und vor der Halle zelten, um mich sofort nach Einlass mit al dente gekochter Pasta an die Absperrung in der ersten Reihe zu ketten. Und weshalb das Ganze? Weil noch kein Künstler jemals ein Album herausgebracht hat, auf dem mir jedes einzelne Lied gefallen hat. Und so ist es auch mit Kochbüchern – bis zu Ottolenghis „Genussvoll vegetarisch“. Es beinhaltet Rezepte für 125 Gerichte, von denen wirklich jedes absolutes Lieblingsessen-Potenzial hat. Um es mit den schmachtenden Worten eines hysterischen Teenagers zu sagen: „Wir haben so viel gemeinsam!“ Die Liebe zu Auberginen zum Beispiel. Diese wird im Buch gleich mit einem ganzen Kapitel voller fantastischer Rezepte zelebriert. Außerdem ist Ottolenghi kein hundertprozentiger Vegetarier und regt dazu an, seine vegetarischen Hauptgerichte gerne auch mal als eindrucksvolle Beilage etwa zu einem gebratenen Fisch zu servieren. 2010 wurde „Genussvoll vegetarisch“ mit dem Tesco Cook Book of the Year Award, quasi dem Grammy für Kochbuchautoren, ausgezeichnet. Was kommt als Nächstes? Vielleicht ein Stickeralbum? Oder Autogrammstunden? Bis es soweit ist, koche ich mich einfach durch seine vielen Rezepte und träume wie jedes Groupie davon, irgendwann einmal backstage in seine Küche zu dürfen.

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