Guerilla Bakery: So kriegt man sein Hobby gebacken.

Guerilla Bakery, 3. April 2011

Im TV-Spot für die Schärdinger Abspeck-Linie heißt es „Was man gerne macht, macht man gut“. Das stimmt zwar, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn was man gerne macht, macht man vor allem oft und viel. Gut, wenn es sich dabei um Sport handelt, Hausputz oder Fortbildung. Jetzt gibt es aber Menschen, die backen einfach gerne. Da passiert es nicht selten, dass sich ein paar Eier im Kühlschrank langweilen und sich Milch und Zucker dazu-gesellen. Wenn nach dem Einkaufen dann zufällig noch Kuvertüre und Mehl vorbei-schauen ist die Party schon in vollem Gang. Und ehe man sich’s versieht, zack, teilt man seine Wohnung mit einem dreifach-schokoladigen Macho-Kuchen, einer altmodischen aber liebenswerten Apfeltorte, ein paar schnittigen Brownies und einer ganzen Schar frecher Mohn-Muffins. Tja, Untermieter sind laut Mietvertrag nicht erlaubt und auf eine WG ist auch nicht jeder scharf, also wohin mit den Süßen, die wie Mauerblümchen am Schulball darauf warten, endlich aufgegabelt zu werden? Wer bei seinen Freunden nicht den Eindruck erwecken will, er wolle sie mästen, um daneben mit der eigenen Schlankheit wie ein frisch glasiertes Éclair zu glänzen, und in der Arbeit nicht als „die Unausgelastete“, die lieber Überstunden in der Küche als in der Firma schiebt, gelten möche, macht es am besten wie die Vorarlberger Mädels von der „Guerilla Bakery“ und lädt sich einfach Fremde ein: Einmal im Monat – vorzugsweise sonntags – öffnet die Pop-up Bakery ihre Pforten und verströmt an der Roßauer Lände zwei Stunden lang Zimt- und Zuckerduft. Wer auf Facebook rechtzeitig den Termin checkt, mit etwas Kleingeld und lieber etwas mehr Tupperware anrückt, kann sich direkt ein paar frisch gebackene Freunde mit nach Hause nehmen. Ob diese jemals dort ankommen, ist jedoch eine andere Frage. Denn was man gerne macht, macht man eben am besten auch sofort!

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