Wer das Brot nicht ehrt, ist den Hauptgang nicht wert.

Bild: aboutpixel.de © Marta Urbanelis

Woran erkennt man eigentlich ein gutes Restaurant? Nicht an der Speisekarte, die sich liest wie ein Reiseführer durchs Schlaraffenland. Nicht an der Tapete aus Auszeichnungen, die sich vom Eingang bis zur Küche zieht. Und auch nicht an der ausgeklügelten Sitzordnung der einzelnen Zutaten am porzellanenen Teller. Meiner Meinung nach ist ein Restaurant nur so gut wie das Brot, das es serviert. Während man im Urlaub in jeder kleinen Taverne gastfreundschaftlich mit einem Körbchen frisch gebackenem, nussig duftendem Brot bewirtet wird, bekommt man hierzulande bloß blasse Semmeln und altbackene Kornweckerl vorgesetzt. Wenn man Pech hat, kostet das Gebäck extra, wenn man Glück hat, gibt es so etwas wie einen Brotkorb gar nicht. Brot ist das neue Leitungswasser. Wer es sich herausnimmt, bei einem Restaurantbesuch darum zu bitten, bekommt als Gruß des Hauses höchstens ein paar böse Blicke serviert. Zum Glück gibt es aber ein paar Restaurants, die sich noch daran erinnern, dass Brot zu den ältesten Grundnahrungsmitteln der Welt gehört, und es somit auch heute noch als Grundlage zu jeder Mahlzeit reichen. Im Hollmann Salon zum Beispiel fängt jedes Menü gut an – mit hausgebackenen Brotkreationen mit Nüssen oder Maroni und dazu einer Portion Kräuter- oder Gewürzbutter. „Brot und Wasser gehören zum Leben“, diesem Grundsatz hat sich auch das Restaurant  1070 verschrieben und bietet beides kostenlos und in bester Qualität an. Wer schon einmal einen Schluck vom handgeschöpften Wasser und einen Bissen vom flaumigen Weißbrot gekostet hat, weiß wovon ich spreche. Zwar nicht kostenlos, aber trotzdem köstlich ist das Naan Brot des Inders Nam Nam, das mit Nüssen und Rosinen oder Frischkäse gefüllt so manchem Curry beinahe die Show stiehlt. Wer braucht da noch aufwendige Sterneküche – wenn der doch Wasser und Brot haben kann?

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