Was nicht steirisch ist, wird steirisch gemacht.

14 Jul

Der Patriotismus wurde in Amerika erfunden, möchte man meinen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wenn es darum geht, die eigene Flagge zu hissen und mit stolz geschwellter Brust in die Landeshymne einzustimmen. Dabei sind die Amis nicht die einzigen, die auf ihre Heimat besonders stolz sind. So wie für sie der „American Way of Life“ über alles geht, wird im zweitgrößten Bundesland Österreichs der „Steirische Way of  Life“ mit Hochgenuss praktiziert, ja geradezu zelebriert. Gesprochen wird wie einem der Schnabel gewachsen ist – egal ob einen sein Gegenüber versteht oder nicht. Gehetzt wird prinzipiell nicht – da kann die Ampel ruhig schon zum zweiten Mal auf Grün springen. Und so wie gelebt wird, wird auch gegessen: Steirisch. Jeden Tag ein steirischer Apfel, steirische Erdäpfelwurst, steirischer Kren, steirische Kürbiskerne, steirischer Wein und steirische Käferbohnen, natürlich mit steirischem Kernöl – womit denn sonst? Das beliebte grüne Exportgut der gleichfarbigen Mark ist überhaupt ständig im Dauereinsatz. Kürbiskernöl ist quasi das Ketchup der Steirer – es passt zu allem und sowieso immer: Im Salat, zur Eierspeis, über Vanilleeis und sogar zu Kärntner Kasnudeln. Die Italiener haben ihre Pasta, die Franzosen ihre Foie Gras und die Steirer haben eben ihr Kernöl. Das scheint ihnen aber nicht zu reichen, der steirische Gusto macht nämlich auch vor den Spezialitäten anderer Länder nicht halt. Steirische Strauße laufen ihren afrikanischen Verwandten den Rang ab, die Alpenregion schwimmt mit steirischen Lachsen gegen den Strom und – Josef Zotter sei Dank – mit steirischer Schokolade kann man heutzutage sogar Schweizer Touristen begeistern. Da ich nun mal selbst Steirerin bin und mir nichts ferner liegt, als meine Landsleute zu verärgern, tue ich es ihnen gleich und treibe die Steirisierung weiter voran – mit echt steirischem Hummus aus Käferbohnen und Kernöl.

Bild: © Sarah Krobath

Steirischer Hummus*:

200 g gekochte Käferbohnen (frisch oder aus der Dose)

4 EL Kürbiskernöl (+ etwas mehr zum Garnieren)

2-3 EL Apfelessig (ich nehme 3)

1 Knoblauchzehe gepresst

Salz, Pfeffer

geröstete Kürbiskerne, Kresse

Die Käferbohnen zusammen mit einer gepressten Knoblauchzehe pürieren. Dabei nach und nach Kernöl und Apfelessig zugeben bis eine geschmeidige Masse entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Kürbiskernen, einem Schuss Kernöl und etwas Kresse garnieren. Mahlzeit!

*Schmeckt natürlich am besten zu steirischem Schwarzbrot.

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3 Antworten zu “Was nicht steirisch ist, wird steirisch gemacht.”

  1. Nadja Juli 17, 2011 um 5:58 nachmittags #

    Jaja, du hast natürlich recht, aber du hast den steirischen Backhendlsalat mit – natürlich . steirischem Kernöl vergessen. Für mich der Inbegriff des Steirischen.

    • Sarah Satt Juli 17, 2011 um 9:35 nachmittags #

      Backhendlsalat, natürlich! Wie konnte ich den vergessen ;-) Besonders fein mit Vogerl- und Kartoffelsalat aus der Heimat.

      • Nadja Juli 18, 2011 um 10:14 vormittags #

        Apropos – hab dich in meinem neuen Eintrag undezent verlinkt. Schließlich hab ich dort einen solchen gegessen, natürlich mit Kernöl!

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