Allen ist schlecht – und das ist auch gut so.

Langsam essen, jeden Bissen zwanzigmal kauen und es sich lieber zwei-, nein dreimal überlegen, ob man ihn dann wirklich schon hinunterschlucken will. Wer langsam isst, ist schneller satt, fällt von der Frühstücksmüdigkeit nicht gleich ins Suppenkoma und hat obendrein mehr Zeit zum Genießen. Ernährungsapostel und Diätgurus sind sich deshalb einig: Langsam Essen ist gesund. Aber leider bei weitem nicht so unterhaltsam wie schnell Essen. Und erst recht nicht so spektakulär wie um die Wette Essen.

Bild: Flickr © Yeonsang

Mit dem Essen spielt man nicht? Stimmt, aber hier geht es auch nicht um Buchstabensuppen-Scrabble, sondern „competitive eating“ und das hat in Amerika wie auch in Japan nicht nur lange Tradition als Sport, sondern gilt auch als legitimer Weg, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das Prinzip ist einfach und dürfte auch außerhalb von Großfamilien, in denen das Miteinander-Essen öfter mal zum Gegeneinander-Essen eskaliert, geläufig sein: In einer vorgegebenen Zeit von 8, 10, 12 oder, für geübte Futterneider, 15 Minuten muss so viel wie möglich gegessen werden – ohne sich zu übergeben, versteht sich. Fragt sich nur: wovon? Hier ein paar Vorschläge zum Sattessen und weit darüber hinaus:

 Die Klassiker: Bei amerikanischen Wettessen kommt vor allem Fastfood auf den Tisch – was schon so heißt, muss man ja quasi in Bestzeit verputzen können. Also werden Hamburger gequetscht, Hot-Dogs in Cola getunkt (in Fachkreisen auch als „Dunking“ bekannt) und Chickenwings im Akkord abgenagt. Wenn also die nächste Heißhungerattacke auf Junk Food kommt, einfach schnell ein Wettessen ausrufen – Sündigen mit Ziel und Ambition sozusagen.

 Die Gesunden: Küchengeräte müssen nicht schön, Sport-BHs nicht sexy und Wettessen müssen sicher nicht gesund sein. Trotzdem gibt es im Obst und Gemüseregal ein paar Anwärter für das Massenfutterfassen. Wozu eine einwöchige Sauerkrautkur machen, wenn für dieselbe Menge schon 10 Minuten reichen? An apple a day keeps the doctor away? Dann ist Apfelmuswettessen ja wohl alles andere als krank. Eventuell lässt sich das Ganze ja auch pädagogisch einsetzen, dann gibt es statt dem ungeliebten Spinat eben einen spannenden Popeye-Wettkampf.

 Die Internationalen: In 80 Tellern um die Welt? Kein Problem! Mit schwedischem Köttbullar, mexikanischem Chili con Carne und chinesischen Wan Tans wird das Wettessen im Magenumdrehen zum kulturellen Ereignis. Will man im Anschluss noch einen Fuß in sein Lieblingsurlaubsland setzen, sollte man von dessen Spezialität jedoch lieber die Finger lassen. Wo ein Wettesswille ist, ist auch ein Weg und der führt nach Ladenschluss geradewegs zum Türken ums Eck. Netter Nebeneffekt: Wer kiloweise Hummus und Fladenbrot kauft, bekommt beim nächsten Besuch sicher Stammkundenrabatt.

 Die Süßen: Hauptgericht und Nachspeise in einem – der Kaiserschmarren ist geradezu prädestiniert für einen Esswettbewerb. Begeisterte Wintersportler sind hier aufrund von jahrelangem Skihüttentraining allerdings klar im Vorteil. Beim Wettessen gilt: Kauen ist gut, aber löffeln ist besser – und da ist Pudding einfach unschlagbar. Vanille oder Schoko? Das hängt ganz vom gewünschten Ekelfaktor ab. Zu guter Letzt noch eine Herausforderung speziell für die momentan herrschenden Temperaturen: Eiscreme schneller essen als sie schmilzt!

Also, an die Teller, fertig los!

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