Es gibt Menschen, die essen nie – zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Und damit meine ich keine diätsüchtigen Hungerhaken oder schwindlige weil unterzuckerte Heilfasten-Anhänger, sondern die ganz spezielle Spezies der Essensvergesser. Angehörige dieser Gattung sind vorwiegend männlich und berufstätig, aber auch unter Studenten wurden schon ein paar Exemplare gesichtet. Dass Multitasking nicht das größte Talent der Herren der Schöpfung ist, wissen wir ja und den eigenen Hochzeitstag kann Mann auch mal vergessen, in Ausnahmefällen sogar aufs Zähneputzen, wer aber regelmäßig zu essen vergisst, der ist mir suspekt. Vor ein paar hundert Jahren wäre man dafür gar als Hexenmeister verfolgt und mit dem Scheiterhaufen bestraft worden – dem aus Holzscheiten und nicht aus Brioche, Zimt und Zucker, wohlgemerkt. Während frühmorgens im Büro mit Müslischalen und Buttermessern geklimpert wird, sieht man den Essensverweigerer höchstens an einem Espresso nippen, ohne Milch und Zucker versteht sich. Mit „Mahlzeit!“ braucht man ihn zu Mittag nicht begrüßen – jemandem, der daheim bleibt, wünscht man schließlich auch keine „gute Reise“. Die Frage, ob nun drei oder fünf kleine Mahlzeiten am Tag empfehlenswerter sind, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen, genauso wenig wie die Wahl zwischen Fleischgericht und Vegetarischem. Der Essensvergesser lebt aber nicht etwa von Luft und Liebe, im Gegenteil: er ernährt sich von Stress, am liebsten hausgemacht. Dieser ermöglicht es ihm, sich der Nahrungsaufnahme sogar dann zu entziehen, wenn die mitleidigen Kollegen ihm die Schnitzelsemmel direkt vor die Nase legen. Statt dem knusprigen Snack, entpackt er weiterhin unbeirrbar eine ZIP-Datei nach der anderen. Versierten Essensvergessern soll es sogar gelingen, mit leerem Magen aus einem mehrstündigen Geschäftsessen zu gehen. Wer selbst einen Vertreter dieser Gattung zuhause oder im Büro hat, dem bleibt nichts anderes übrig, als ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Wie? Indem man „Essen“ einfach mit einem grellen Leuchtmarker auf seine To-do-Liste setzt.
3 Antworten zu “Die Spezies der Essensvergesser.”
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Frische Hirnzuckerl
- A tavola con il mondo.
- Die To-Eat-Liste ist gegessen.
- Herbert, iss das!
- Eine Pralinenschachtel, wie das Leben sein sollte.
- Wir sitzen alle am selben Tisch.
- Sagen Sie niemals “Stilton” zu ihm.
- Warum man bei „Österreich“ ab sofort „vegetarisch“ denken wird.
- Mit Piraten ist gut Kaffee trinken.
- Wie zuhause. Sofern dort ein Haubenkoch am Herd steht.
- Essen macht schön.
- Das Wandern ist des Völlerers Lust.
- Vier Tage Keimzeit und kein Todesfall.
- Die Kochschürze ist salonfähig.
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- Treffen sich ein Schwede und ein Spanier zum Abendessen…
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Essen ist wirklich das Letzte, das ich vergesse. Aber andere Menschen haben halt andere Prioritäten… Da gibts ja diese Studenten, die nur mit einem Kaffeebecher bewaffnet den ganzen Morgen durchhalten. Kann ich nicht nachvollziehen! Das mit der To-Do-Liste werde ich dem nächsten Essensverweigerer, der mir über den Weg läuft, auf jeden Fall raten.
Liebe Grüße
Nadja
Hihi, ich fühle mich angesprochen. Und ich bin eine Frau.
Es gibt Tage, an denen fällt mir Abends ein, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe. Liegt einfach daran, dass ich keinen Hunger habe. Fange ich erst an zu essen, dann ist das dann eine Dreitagesmahlzeit ;o)
Normalerweise esse ich ein mal am Tag, dann eben hoch-kalorisch. Zudem trinke ich meinen Tee oder Kaffe mit Sahne und Butter (da kommt man kalorienmäßig pro Tasse locker auf eine volle Mahlzeit).
Das heißt nicht, dass ich essen nicht mag. ich esse sehr gerne und genieße gutes Essen, aber es ist im Alltag eher ein notwendiges Übel.
Es wird übrigens behauptet, ich könne gut kochen ;o)
LG
Nani
Hallo Nani. Ich finde es auf jeden Fall schöner, sich wenigstens für eine Mahlzeit am Tag Zeit zu nehmen und sie richtig zu genießen, als den ganzen Tag über nebenbei irgendetwas ohne Genuss runterzuschlingen. Es macht ja auch nichts, wenn man untertags einmal aufs Essen vergisst, solange man sich abends dann daran erinnert
Lieber Gruß, Sarah