Wenn Rodeln nicht geht, "Kasnudeln" geht immer!

Kärntner Kasnudeln © Sarah Krobath
Kärntner Kasnudeln mit Steirischem Kürbiskernöl © Sarah Krobath

Rodeln geht nicht. Schneemann- und Schneefraubauen geht nicht. Anderen Schneebällen ins Genick schmeißen, wenn sie sich gerad bücken um selbst welche zu formen geht nicht. Sich rücklings auf Frau Holles frostig flauschige Matratze werfen und Schneeengel hineinrudern geht auch nicht. Eislaufen geht zwar, macht aber auch wesentlich mehr Spaß, wenn rundherum alles weiß funkelt und einem zwischendurch müde Zweige ein paar Flocken auf die Nase zuckern. Wenn der Schnee ausbleibt, sind Outdoor-Aktivitäten sind im Winter wenig reizvoll, finde ich. Schließlich gibt es nichts Schöneres als nach einem Nachmittag im Schneegestöber mit im Kanon klappernden Zähnen und knurrendem Magen nach Hause zu kommen und sich an einer ordentlichen Wintermahlzeit zu erfreuen während das Gefühl langsam wieder in die klammen Finger zurückkehrt. Da hilft nur indoor für Action und somit Hunger sorgen. Wobei wir beim Kasnudeln (hier die Tätigkeit, nicht das Gericht) wären – das geht nämlich in Kärnten wie in Wien, im schneelosen Winter und ins Wasser fallenden Sommer, also immer. Wer nicht wie die Oma meines Lieblingskärntners nach jahrelanger Routine Kasnudeln im Akkord krendeln kann, dem verlangt das Teigkneten, Füllungrollen und Nudelnkrendeln einiges ab.

Am Anfang steht der Mehlberg © Sarah Krobath, SFYN Wien
Präparierte Mehlpiste © Sarah Krobath, SFYN Wien

Erst will ein Berg aus ca. 500 Gramm Mehl auf der Arbeitsfläche aufgeschüttet und mit 2-3 Esslöffel Öl sowie ca. 250 ml Milch verknetet werden (als Oma hat man das Mengen-Verhältnis und die richtige Textur im Gefühl, als Enkel probiert man solange herum bis der Teig angemessen oder Ölflasche und Mehlpackung leer sind). Das ungeschriebene Gesetz bei der Füllung lautet: Immer doppelt soviel davon machen wie es Nudeln zu füllen gibt – wahrscheinlich weil ein guter Teil der feinen Masse bereits während der Zubereitung in die Münder der Köche wandert.

Während der Teig ca. 20 bis 25 Nudeln ergibt, lassen sich mit 500g (Brösel)topfen, 500g gekochten und gepressten Erdäpfeln vermischt mit Salz, feingehackter Petersilie, Schnittlauch und der aus Kärnten importierten Spezialzutat Nudelminze locker 30-35 Bällchen formen und auf plattgedrückte Teigtaler setzen. Diese werden einfach zusammengeklappt und an den Enden, alles andere als einfach, gekrendelt. Dabei wird der Teig zwischen Daumen und Zeigfinger zusammengedrückt und mit dem Daumen wiederholt eingeschlagen, so dass der typische ansehnliche Rand entsteht. Bis die gerüschten Schönheiten nach dem vielen Kneten, Rollen und Krendeln graziös im siedenden Wasser aufsteigen und ganz Kärntnerisch mit zerlassener Butter oder ganz Steirisch mit Kürbiskernöl auf dem Teller landen, stellt sich der Hunger auch ohne Schneegestöber von ganz alleine ein.

Viele Köche... verspeisen die halbe Fülle © Sarah Krobath, SFYN Wien
Viele Köche… verspeisen die halbe Fülle © Sarah Krobath, SFYN Wien

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