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Die italienische Variante von Dinner-Cancelling.

15 Aug
Bild: © Sarah Krobath

Bild: © Sarah Krobath

„Das glauben sie wirklich?“, fragt mich meine italienische Mitbewohnerin ungläubig und starrt mich dabei so entgeistert an, als wolle ich ihr weismachen, dass wir Österreicher bis ins Erwachsenenalter ans Christkind glauben. Über einem Teller ihrer handgemachten Kakao-Tagliatelle mit Porcini habe ich ihr erzählt, dass manche Österreicherin ihrer Figur zuliebe nicht nur das Betthupferl, sondern überhaupt gleich das ganze Abendessen ausfallen lässt. Mit leerem Magen schlafen gehen? Freiwillig? Damit kann die Fünfundzwanzigjährige, die mir gegenüber eifrig – ohne Löffel, versteht sich – Nudeln auf ihre Gabel zwirbelt, genauso wenig anfangen wie mit dem englischen Begriff dafür. Vierzehn Stunden, empfehlen linientreue Abendfaster, sollen zwischen der letzten Mahlzeit an einem und der ersten Nahrungsaufnahme am nächsten Tag liegen. Sagen wir es mal so: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Italiener vierzehn Stunden ohne Unterbrechung am Esstisch verharrt, ist größer. Weiterlesen

A tavola con il mondo.

5 Dez
Bild: © Sarah Krobath

Bild: © Sarah Krobath

Südkorea schwenkt andächtig das satte Rot in seinem Weinglas, Kanada plaudert mit Singapur, die Schweiz lässt Österreich von ihrer Vorspeise naschen und Japan gratuliert Puerto Rico nachträglich zum Geburtstag während Finnland großzügig frischen Parmesan über Teller voller Pasta hobelt. Das erste gemeinsame Essen mit meinen Uni-Kollegen, bei dem ich vor knapp zwei Wochen jeden Bissen und Schluck genossen habe, war zweifelsohne einzigartig – das einzige sollte es allerdings nicht bleiben. Bei 27 Mitstudenten aus 17 verschiedenen Ländern macht das Esskultur- und Kommunikations-Studium zwischen zwei Vorlesungen keine Mittagspause. Statt Wurstbroten und Nutellasemmeln wechseln Ratatouille und Kimchi die wissenshungrigen Besitzer, wird am Schulweg über Reiskocher und Pastamaschinen diskutiert und nach Feierabend Nachhilfe in exotischen Lebensmitteln und deren eigentümlichen Bezeichnungen gegeben. Weiterlesen

Die To-Eat-Liste ist gegessen.

14 Nov

Bild: © worldmarket.com

Sushi, Fried Chicken, Thai Food, Finnischen Honig, Asian Cuisine und noch eine ganze Reihe anderer Köstlichkeiten stand bei meinen zukünftigen Studienkollegen auf der To-Do-, pardon, To-Eat-Liste vor ihrem Umzug nach Bra. Henkersmahlzeit, oder wie? Dabei ist es nicht gerade so, als ob wir das kommende Jahr im kulinarischen Exil verbrächten. Weinberge, Trüffelwälder, ganze Kleinstädte aus Gewächshäusern – ein Spaziergang durch die idyllische Umgebung im Piemont macht Appetit. Schon beim morgendlichen Joggen feuern einen die überall aus der Erde lugenden leuchtend grünen Salat- und bordeauxfärbigen Radicchioköpfe an und erinnern einen an das eigentliche Ziel der sportlichen Ertüchtigung: das Frühstück. Weiterlesen

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